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- Cathleen Knowles McGuirk, 2000
Marian Price, 1999 - English
Marian Price, 1999 - Deutsch
Mary Ward, 1998
Michael McManus, 1997 - English
Michael McManus, 1997 - Deutsch
Pat Ward, 1987
Michael McManus, 1997 - Deutsch
Blairs Alternative:

Akzeptiert eine interne Lösung oder die Repression


Michael McManus aus Fermanagh hielt am 15. Juni die Rede bei der Wolfe-Tone-Gedenkstunde von Republican Sinn Féin in Bodenstown, County Kildare. Zahlreiche Republikaner und Musikkapellen zogen von Sallins zum Grab des Gründers des irischen Republikanismus, der 1798 starb. In seiner Ansprache erklärte McManus:

Michael McManus aus Fermanagh hielt am 15. Juni die Rede bei der Wolfe-Tone-Gedenkstunde von Republican Sinn Féin in Bodenstown, County Kildare. Zahlreiche Republikaner und Musikkapellen zogen von Sallins zum Grab des Gründers des irischen Republikanismus, der 1798 starb. In seiner Ansprache erklärte McManus:

"Es wird nicht einmal zu Lebzeiten der jüngsten Anwesenden hier im Saal ein freies Irland geben". Starke Worte. Ausgesprochen wurden sie von Tony Blair nur zwei Wochen nach seinem Erfolg bei den britischen Wahlen während eines Kurzbesuchs in Belfast.

Tony Blair hat keine Zeit verloren, die britische Politik in der irischen Frage zu definieren. Und täuscht Euch nicht - das war eine politische Erklärung. Die britische Regierung hat eine Markierung gezogen, und entlang dieser Linie wird die Politik der nächsten fünf Jahre diktiert werden.

Wenn wir die Bedeutung dieser Erklärung analysieren, können wir daraus nur den Schluß ziehen, daß die britische Politik und in weiterer Folge die britische Besetzung unbegrenzt oder zumindest bis zum Jahr 2085 unverändert bleiben soll.

Die britische Politik in Irland ist um das zentriert, was sich "Interne Sechs-County-Lösung" nennt. Ziel dieser Politik ist es, die nationalistische Bevölkerung der sechs nordöstlichen Counties dem Willen von "Mutter England" zu unterwerfen. Akzeptiert die Englische Krone, und sie wird uns die so oft hinausposaunte "Gleichstellung in der Achtung" gewähren. Werdet gute, ruhige britische Untertanen, und haltet die Köpfe gesenkt.

In der Blair-Rede war zugleich impliziert, daß die Alternative mehr Repression ist - die Schaftstiefeltaktik der britischen Armee und der RUC, Todesschwadronen der britischen Loyalisten, die nach Belieben durch die Straßen toben, gekoppelt mit all dem Beiwerk eines modernen Polizeistaats der gewährleistet, daß wir alle den Wünschen unsere "Kolonialherren" gehorchen.

Wir können daraus die Schlußfolgerung ziehen, daß das mehr getötete und verstümmelte irische Bürgerinnen und Bürger durch die Shoot-to-kill-Taktik der britischen Kriegsmaschinerie zur Folge haben wird. Mehr Drumcrees, mehr Harryvilles, in der primitivsten Form ausgedrückt, "Croppies lie down" ("Croppy" ist ein Schimpfwort, das seit dem 17. Jahrhhundert für Katholiken und Nationalisten gebraucht wird. Croppies lie down, also etwa "Zu Boden mit Euch" ist ein Kampflied der Orangisten - der Übers.)

Man sagt uns: "Gebt alle Hoffnung auf".

In den frühen Jahren dieses Jahrhunderts gab es eine Ära, in der alle Opfer und Leiden des irischen Volkes im Kampf um seine Freiheit umsonst schienen. Die Lage schien hoffnungslos, und so wie die Fenier, die heldenhaft gefochten und gelitten hatten, einer nach dem anderen starben, so schien auch das Streben nach nationaler Einheit zu verschwinden. Nach dem Tode John O´Learys im September 1913 und im Gedenken an die heroischen, aber gescheiterten Versuche der Männer und Frauen, die seit 1798 versucht hatten, dieses Ziel zu erreichen, schrieb der Dichter die folgenden Zeilen: "Haben dafür die Wildgänse bei jeder Flut ihre grauen Schwingen ausgebreitet, wurde dafür all das viele Blut vergossen?" ("Wildgänse" war die Bezeichnung der katholischen Truppen, die nach 1692 Irland verlassen mußten - Anm. d. Übers.)

Jüngste Erklärungen unserer einstigen Genossen aus der Provo-Führung, mitgerissen von scheinbaren Wahlerfolgen, schlagen die Akzeptierung der neuen britischen Politik vor. Während sie dem Konstutionalismus entgegeneilen, haben sie ihre ehemalige Ideologie in einem bemerkenswerten Ausmaß aufgegeben. Verschwunden ist die zentrale Forderung, die 25 Jahre des Kampfes begründet hat, die ihre Grundlage war - nämlich die nach dem Rückzug der britischen Armee und dem Ende des britischen Einflusses auf dieser Insel - einem vollständigen Rückzug. Stattdessen hören wir, daß man "den Friedensprozeß vorantreiben muß", vom "Respekt vor unserem Mandat" und "Allparteien-Gesprächen". Aber nie: Britischer Rückzug - daß, was ich immer für das einzige gehalten habe, worüber Republikaner mit den Briten verhandeln sollten.

Fünfundzwanzig Jahre des Kampfes und der Opfer für Allparteien-Gespräche? All die Toten und Verwundeten dafür, daß der Belfaster Stadtrat einen nicht-unionistischen Bürgermeister wählt? Sind die Hungerstreiker dafür gestorben, daß Provos zu Stadträten gewählt werden können? Haben wir die schlimmsten Exzesse der britischen Armee, der RUC und der loyalistischen Todesschwadronen dafür ertragen, daß zwei ehemalige Republikaner nach Westminster entsandt werden? "Wurde dafür all das viele Blut vergossen?"

Es gibt noch andere Fragen, die ich den neuen - oder besser - den sehr Ehrenwerten Unterhausabgeordneten für Belfast und Mid-Ulster stellen möchte. Habt ihr die Güte, euch zur jüngsten Entführung aufrechter Republikaner in West Belfast (einem von Gerrys Wahlkreisen) zu äußern, über die die Irish News am 22. Mai berichtet haben? Stimmt ihr dieser Broy-Harrier-Taktik zur Durchsetzung einer von den Briten initiierten "internen Lösung" zu? Seid ihr für die Unterdrückung echter Republikaner, die den 26-County-Staat und die andaurnde Besetzung der sechs Counties ablehnen? Gerry, denk´ über die vergangenen 25 Jahre nach - oder besser, die letzten 200 - und frage dich selbst: "Wurde dafür all das viele Blut vergossen?"

Dennoch können wir versichert sein, daß trotz des Revisionismus so vieler ehemaliger Revolutionäre ein Korps von Freiwilligen besteht, das loyal zur Republik steht und bereit und fähig ist, den Kampf unter der Führung des Continuity Army Council zu führen.

Und es gibt jene, die sich heute hier versammelt haben, um Tone und der Männern und Frauen von ´98 zu gedenken, ihre Ideale eines Volkes und einer Nation zu ehren, die niemals ihre noblen Gefühle verleugnen oder entehren, die sich nie erschüttern lassen und immer und immer wieder erklären werden, daß Britannien kein Recht auf dieses Land hat, und nie ein Recht darauf haben wird.

In Leinster Haus hat jetzt Zick Zack abgelöst. Nichts hat sich wirklich geändert. Die neue Freistaats-Regierung ist der gleichen Politik verpflichtet wie die vorherige - der Anerkennung der britschen Besetzung eines Teils unseres Landes.

Der 26-County-Staat wurde in London entworfen, mit der Hilfe britischer Kanonen geschaffen und von einem englischen Henker aufrechterhalten. Die ursprünglichen Freistaatler wateten durch das Blut irischer Patrioten, um ihre Ziele zu erreichen und einen britischer Klienten-Staat zu schaffen Kollaborateure sind üblicherweise brutaler als ihre imperialen Herrscher, und in dieser Hinsicht bildeten die Freistaatler keine Ausnahme.

Was uns Republikaner wirklich krank macht ist das Spektakel dieser selben Leinster-House-Parteien, die Jahr für Jahr zu diesem Friedhof pilgern und vorgeben, Wolfe Tone und den Männern und Frauen von ´98 ihre Reverenz zu erweisen.

Pádraig Pearse sagte in seinem Dokument "Die separatistische Tradition", das im "Wolfe Tone Jahrbuch" 1961 nachgedruckt ist: "Wenn Tone sagt: Zerreißt das Band mit England, und ich sage: Haltet das Band mit England aufrecht - dann predige ich ein wesentlich vernünftigeres (im Sinne von wesentlich gesünderes) Evangelium - aber es ist offensichtlich nicht das selbe."

Anhängerschaft zur Republik, separatistische Ideologie ist etwas spezifisches, da kann es keine Schwankungen geben. Entweder akzeptiert man Tones Philosophie in ihrer Gesamtheit, oder man weist sie zurück. Daher ist die Anwesenheit von allen Freistaats-Parteien auf diesem Friedhof ein Versuch, die Ideologie der Männer und Frauen von ´98 zu verfälschen. Sie sollten hier fernbleiben. Ebenso sollte jeder, der einen Sitz im Leinster House einnimmt und bereit ist, den Treueeid abzulegen und damit das Teilungsparlament dieses Klientenstaates anerkennt, den Namen Sinn Féin ablegen. Es ist ein zynischer Mißbrauch des Namens von Sinn Féin, und er sollte daher im Leinster House nicht verwendet werden.

Ich möchte die Gelegenheit ergreifen, Grüße an alle politischen Gefangenen zu richten und ihnen unsere Solidarität auszusprechen, vor allem an jene, die der Republik treu ergeben geblieben sind. Unsere Gedanken sind besonders bei Josephine Hayden, der einzigen weiblichen politischen Gefangegen im Freistaat. Josephine befindet sich im Gefängnis von Limerick und hat ernsthafte Herzprobleme, die dringende medizinische Behandlung erfordern. Trotz ihres ernsten Zustandes wurde sie ins Gefängnis zurückgebracht, in Bedingungen, die einer Genesung nicht förderlich sind. Wir verlangen heute hier die sofortige und bedingungslose Freilassung von Josephine Hayden aus humanitären Gründen. Das POW-Department von Republican Sinn Féin hat in diesem Sinn eine nationale Kampagne begonnen, die unsere volle Unterstützung verdient.

Es wäre eine grobe Unterlassung, würde ich diesen Platz verlassen ohne daran zu erinnern, daß das irische Volk vor 150 Jahren eine der schrecklichsten Katastrophen durchlebte, die ein Volk erleben kann. Das Schwarze Jahr 1847 und die schrecklichen Bilder von Hunger, Seuchen und Tod. Vertreibungen, Sargschiffe, das Arbeitshaus - das war das Schicksal der Besitzlosen. Über eine Million starb, wieviele emigrierten und wie viele von diesen Auswanderern während der Überfahrt über den Atlantik oder in der Neuen Welt verschwanden, werden wir niemals genau erfahren. Wir alle wissen um die Hungersnot und den Fluch, den sie bedeutete, Und wir wissen auch von den mit Korn und Weizen beladenen Schiffen, die jeden Tag irische Häfen Richtung England verließen, während die Menschen, die dieses Korn angebaut hatten, in den Straßen, auf den Wegen und den Mooren verhungerten.

Das war das schlimmste der zahllosen Verrbechen, die den Iren angetan worden ist - trotz aller Versuche von "revisionistischer" und apologetischer Seite, die Geschichte des "Großen Hungers" umzuschreiben. Sogar Tony Blair (Irish Times vom 6. Juni 1997) hat begonnen, die britische Schuld anzuerkennen, wenn er die Hungersnot als "einen entscheidenden Punkt der irischen Geschichte" bezeichnet und einen großen Teil dieser Tragödie der britischen "Nachlässigkeit" anlastet.

Trotzdem hat es die Freistaats-Regierung 75 Jahre lang verabsäumt, die Iren über die furchtbarsten Aspekte der Hungernot aufzuklären. Nicht ein Denkmal wurde von einer staatlichen Stelle zum Gedenken an die eine Million Toten errichtet. Wir dürfen unsere unschuldigen Toten nicht vergessen, wir sind verpflichtet, ihr Andenken und ihre Leiden zu ehren, nicht nur in Worten, sondern auch in Stein.

Darum rufen wir das irische Volk auf, würdige Monumente für die Opfer der Hungersnot zu errichten, die in den kommenden Jahrzehten und Jahrhunderten an sie erinnern sollen. Das ist das wenigste, was sie verdienen.

Der Freistaat ist in seiner Gesamtheit gescheitert. Er ist furchtbar daran gescheitert, die tiefgehenden ökonomischen Divergenzen in diesem Land zu überwinden, die inmitten eines sogenannten "Booms" einer kleinen Schicht gewaltigen Reichtum zugestehen, während 34 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenz leben. Ist das die Interpretation des Satzes "die Kinder in Gleichheit großwerden lassen" durch den Freistaat?

Er ist dabei gescheitert, dem schleichenden Imperialismus eines neuen europäischen Superstaates Widerstand entgegenzusetzen, der dieses Land in eine politische, militärische und Währungsunion zwingen will, die nur zum Schaden des irischen Volks sein kann und die mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden muß.

Er ist dabei gescheitert, dem britischen Staat gegenüber das nationale Selbstbestimmungsrecht des irischen Volkes zu verteidigen oder sogar bloß den Nationalisten im Norden die grundlegenden bürgerlichen Rechte und Freiheiten zuzugestehen.

Zum Schluß möchte ich Euch an Tones Aufruf an die Männer und Frauen von ´98 erinnern, "niemals aufzugeben, solange das Band zu England zerrissen worden ist". Für diesen Ruf und dieses Ideal haben die irischen Männer und Frauen die letzten 200 Jahre gekämpft. In den vergangenen 200 Jahren haben die Iren einen hohen Preis bezahlt - an Leben und Freiheit. Sie haben gekämpft, sie haben geduldet - und sie wurden verraten. Sie wurden unterdrückt - aber sie haben sich immer wieder erhoben, Generation um Generation. Das Schwert, der Henker und der Meuchelmörder, die Werkzeuge der Tyrannen haben versagt, den Durst nach Freiheit zu unterdrücken. Wir verlangen Freiheit - jetzt.

Die Freiheit ist unvermeidlich, und wir - wir sind entschlossen. Wir werden das Band zerreißen!

 

Dafür wurde all dies Blut vergossen.